KI-Winter und Durchbrüche (1970er–2000er)
In den 1970er Jahren begann der erste große KI-Winter – eine Phase der Enttäuschung und stagnierenden Entwicklung. Viele der großen Versprechen der KI-Forschung konnten nicht eingehalten werden. Die Programme funktionierten nur in eng umrissenen Bereichen und versagten bei Aufgaben, die für Menschen trivial erschienen. Die Geldgeber wurden skeptisch, Forschungsbudgets wurden gekürzt. Besonders in den 1980er Jahren geriet die KI unter Druck: Zu groß war die Diskrepanz zwischen Vision und Realität.
Trotzdem gab es auch in dieser Zeit Fortschritte. Ein bedeutender Meilenstein war Deep Blue, ein Schachcomputer von IBM. 1997 trat er gegen den damaligen Weltmeister Garry Kasparov an – und gewann. Dies war das erste Mal, dass ein amtierender Schachweltmeister von einer Maschine besiegt wurde. Deep Blue arbeitete dabei vor allem mit brutaler Rechenleistung und vielen einprogrammierten Strategien. Der Erfolg war weniger „intelligent“ im menschlichen Sinn, sondern basierte auf schnellem Durchrechnen von Möglichkeiten.
Dennoch zeigte das Ereignis eindrucksvoll, dass Maschinen in Spezialbereichen dem Menschen überlegen sein können. Ein weiterer bedeutender Moment war 2011: Das KI-System Watson, ebenfalls von IBM, trat in der US-Quizshow Jeopardy! gegen frühere Champions an – und siegte. Watson konnte nicht nur Fragen in natürlicher Sprache verstehen, sondern blitzschnell Informationen durchsuchen und gewichten. Das beeindruckte viele, da es eine neue Stufe der KI-Anwendung demonstrierte.
Diese Erfolge kündigten einen erneuten Aufschwung an. Es wurde klar, dass mit neuen Methoden und mehr Rechenpower echte Fortschritte möglich waren. Der nächste Abschnitt der KI-Geschichte sollte sich vor allem auf maschinelles Lernen und neuronale Netze stützen.